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Über das Land Bolivien

Geographie


Bolivien ist umgeben von Brasilien, Paraguay, Argentinien, Chile und Peru. Mit 1.098.581 Quadratkilometern steht das Land an 28. Stelle weltweit in Bezug auf die Landesgröße. Damit ist Bolivien ungefähr dreimal so groß wie Deutschland. Bolivien hat mit 9,8 Einwohnern pro Quadratkilometer eine äußerst geringe Bevölkerungsdichte. Das Land lässt sich in drei topografische Großregionen unterteilen: das Andenhochland mit dem Altiplano und den Andenketten, die innerandinen Trockentäler und Yungas sowie das im Nordosten Boliviens gelegene Tiefland, welches rund zwei Drittel der Landesfläche einnimmt. Rund 20% der Landesfläche sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Bolivien hat eine ausgeprägt vielfältige Landschaft. Wichtig in dieser Vielfalt zu nennen sind die Cordillera de los Andes (Andenkordillere), das Altiplano (Hochplateau), die Amazonas-Region, die Chiquitanía und der Chaco im Tiefland. Bolivien hat ebenso eine große Vielfalt an Wasserflächen. Darunter finden sich Besonderheiten wie der Titicacasee als höchster schiffbarer See der Welt, als auch die in den Amazonas mündenden Flüsse Río Mamoré, Río Madre de Díos und Río Beni.




Klima


Die großen Höhenunterschiede bedingen eine Vielzahl von Klimazonen. Man findet das kältere, trockene Altiplano mit einer durchschnittlichen Temperatur von tagsüber 15 bis 20 Grad Celsius und 0 Grad Celsius nachts. Am Osthang der Anden in der Yungas-Region herrscht ein warmes und subtropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit vor. Im Tiefland in den departamentos Beni, Pando und Santa Cruz gibt es Temperaturen rund um 30 Grad Celsius, sowie des öfteren Regen. Schließlich hat das Gebiet rund um das südliche Santa Cruz, Sucre und Tarija (die Chaco-Region) ebenfalls warme Temperaturen, ist aber trockener. In unregelmäßigen Abständen taucht eine warme Meeresströmung an der pazifischen Küste auf, was zu extremen klimatischen Veränderungen in den betroffenen Regionen führt. Man spricht vom "El Niño"-Phänomen. Das stärkste bisher beobachtete El Niño-Ereignis der Jahre 1982/83 führte im Hochland von Bolivien zu einer monatelangen Dürre.




Bevölkerung


Einwohnerzahl: ca. 11 Mio. La Paz und ihre Schwesterstadt El Alto haben rund 2 Mio. Einwohner und sind somit das größte urbane Gebiet. Santa Cruz, eine Stadt, die in den letzten Jahrzehnten eine starke Migration aus den andinen Landesteilen erfahren und sich dabei als dynamischste Stadt Boliviens entwickelt hat, ist Heimat für ca. 1,7 Mio. Menschen. Die Bevölkerungsentwicklung in den anderen wichtigen Städten Boliviens ist eher moderat geblieben.




Nationalfeiertag


6. August (Unabhängigkeitstag)




Offizielle Sprachen


Die offizielle Landessprache Boliviens ist Spanisch. Daneben gibt es allerdings mehr als 30 weitere, indigene Sprachen, die ebenfalls als Amtssprachen anerkannt werden. Aymara (ca. 1,5 Millionen Einwohner) und Quechua (ca. 2 Millionen Einwohner) sind die Bedeutendsten. Im tropischen Tiefland wird Guaraní am häufigsten verwendet. In den Städten wird meist Spanisch gesprochen, in ländlichen Gebieten überwiegen meist die indianischen Sprachen. Mit Englisch kommt man nur geringfügig in Bolivien voran.




Währung/Geld/Kreditkarten


Die Währung in Bolivien heißt Boliviano. Es gibt Münzen in Höhe von 10, 20 und 50 Cents sowie 1 und 2 Bolivianos. Noten sind in Höhe von 10, 20, 50, 100 und 200 Bolivianos erhältlich. In allen größeren Städten gibt es Geldautomaten, an denen mit VISA, Master Card und American Express Bargeld abgehoben werden kann.




Religion


Über 90 Prozent der Bolivianer bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben. Der Rest der Bevölkerung gehört der protestantischen Kirche, Mennoniten, dem Islam oder Bahaitum an. Trotz der Christianisierung des Landes leben weite Teile der Bevölkerung ebenso ihre Naturreligionen. Oft wird der Glaube an Magie und Geister mit dem Katholizismus vermischt. Während der Festtage für Kirchenheilige wird ebenfalls alten Gottheiten gedacht. Diese stammen häufig noch von den überlieferten Mythen der Aymara und Inka ab. Wie auch in anderen südamerikanischen Ländern wird der Pachamama, Mutter Erde, gehuldigt. Damit es der Familie oder dem Vieh gut geht oder das eigene Land eine reiche Ernte bringt, werden immer wieder traditionelle Riten durchgeführt oder Opfergaben während großer Zeremonien, z.B. in Form von Alkohol, Kokablättern oder Lamaföten, erbracht.




Politik


Tag der Unabhängigkeit: 06. August 1825 Interimspäsidentin seit November 2019: Jeanine Áñez Chavez Politisches System: Präsidialrepublik Evo Morales, der am längsten regierende Staatschef in Lateinamerika, hat am 10. November 2019 seinen Rücktritt bekanntgegeben. Dieser erfolgte nach wochenlangen Massenprotesten, die sich gegen die mutmassliche Manipulation der Präsidentschaftswahl vom 20. Oktober 2019 richteten. Bei der Auszählung der Stimmen hatte sich eine Stichwahl zwischen Morales und seinem Herausforderer Carlos Mesa abgezeichnet. Die Wahlbehörde unterbrach die laufende Bekanntgabe des Resultats aber ohne Angabe von Gründen während rund 24 Stunden. Offensichtlich war es zu Manipulationen gekommen – die Wahlbehörde galt als regierungshörig. Die Beobachter empfahlen Neuwahlen. Morales kam der Empfehlung rasch nach. Doch die Kontrolle war ihm bereits entglitten. Es traten zahlreiche Ministerinnen und weitere Funktionsträger zurück, unter anderem die Vorsitzenden beider Parlamentskammern. Die Armeeführung empfahl Morales, seinen Rücktritt einzureichen. Kurz darauf erklärten Morales und sein Vizepräsident Alvaro García Linera, sie würden ihre Ämter abgeben. Innenpolitisch konnte Morales seine Macht seit Beginn seiner Amtszeit konsolidieren, obwohl das Land am Anfang stark polarisiert war. Die Unterstützer wurden durch politische Vorteilsgewährung an die Seite der Regierungspartei MAS gebunden, die Kritiker wurden hinausgedrängt. Diese Regierungsdevise wurde schnell auf die gesamte Bevölkerung ausgeweitet und häufig wurde Evo Morales vorgeworfen, weiterhin in der konfrontativen Logik des Gewerkschaftsführers zu agieren, anstatt als Präsident aller Bolivianer. Mit unterschiedlicher Taktik ist es der Regierung gelungen, die Unterstützung für die oppositionellen Regionen wie Santa Cruz, Pando and Beni, und die davon ausgehende Gefahr für seine Regierung deutlich einzudämmen. Wichtige Instrumente waren dabei die Zweidrittelmehrheit im Kongress und die Kontrolle der wichtigsten öffentlichen Posten, wie z.B. die Entscheidungsebene der Wahlbehörde oder auch die Judikative (Richter und Staatsanwälte). Von Bedeutung war auch die Verabschiedung bestimmter Gesetze, welche die juristische Verfolgung und Amtsenthebung gewählter Oppositionsanführer erlaubte. So muss jeder angeklagte Amtsträger sein Amt aufgeben, unabhängig davon, wie stichhaltig die vorgebrachten Vorwürfe sind. Mittels dieser Maßnahmen konnte Morales und seine MAS-Partei acht der neun regionalen Regierungen kontrollieren. Die Regierung von Morales hat einige unkonventionelle Änderungen eingeführt. So wird beispielsweise anstatt der Koka-Ausrottung eine Politik von "Coca si, drogas no" (Koka ja, Drogen nein) proklamiert und auf die traditionelle rituelle Bedeutung des Koka-Blattes verwiesen. Diese Politik ist international und auch auf nationaler Ebene umstritten, da es bisher nicht gelang, die Kokaproduktion für illegale Geschäfte zu verringern. Kritiker halten dies auch weiterhin für wenig wahrscheinlich, da Evo Morales das Amt des Vorsitzenden der Koka-Gewerkschaften des Chapare bis heute nicht abgegeben hat. Des Weiteren zeigt sich bei der Wirtschaftsentwicklung eine gestärkte Rolle des Staates - hier stehen Nationalisierungen und staatliche Großprojekte in Schlüsselsektoren an erster Stelle. Seit Oktober 2014 regierten Evo Morales und die MAS (mit ihren Allianzen mit zahlreichen indigenen und Arbeitergruppierungen) das Land, nunmehr in der dritten Amtsperiode - obwohl die Verfassung von 2009 die Amtszeiten von Präsident und Vize-Präsident auf maximal zwei hintereinander folgende Amtszeiten begrenzt. Morales wurde mit 61% der Stimmen erneut zum Präsidenten gewählt, was aufgrund der besonderen Vorsehungen des Wahlgesetzes zu einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Kongresses führte. Damit erhielt die Regierung die Macht, um den "proceso de cambio" weiter ohne Beteiligung der parlamentarischen Opposition voranzutreiben. Deren stärkste Parteien, die Demokratische Union und die Christliche Demokratische Partei, kamen auf 24% bzw. 9% der Stimmen. Um dann noch eine weitere, vierte Amtszeit für Evo Morales zu ermöglichen, hat die Regierung am 21. Februar 2016 ("21 F") ein nationales Referendum über eine entsprechende Verfassungsänderung abgehalten. Trotz massivem Einsatz der Regierungs- und regierungsnahen Medien sowie politischer Einschüchterungen wurde das Referendum nach Regierungsangaben knapp mit 51% Nein-Stimmen verloren. Verschiedene Beobachter der Opposition gehen davon aus, dass nur durch vielfältige Wahlmanipulation eine wesentlich höhere Niederlage vermieden wurde. In jedem Fall bedeutet dieses Votum des Volkes die erste Niederlage der MAS bei Wahlen auf nationaler Ebene und öffnet damit ein neues politisches Szenarium. Damit stand zunächst die fortgesetzte Präsidentschaft von Evo Morales zur Debatte, doch hat das von der MAS kontrollierte oberste Wahlgericht mittlerweile entschieden, dass Evo Morales und sein Vize-Präsident Álvaro García Linera erneut kandidieren dürfen. Im Vorfeld der für Oktober 2019 geplanten Wahlen versuchte die Regierung mithilfe eines neuen Parteiengesetzes die Wahlchancen der Opposition zu beschneiden. Es kam dann im Verlauf des Jahres - wie zu erwarten war - noch zu vielfältigen Auseinandersetzungen.




Die Geschichte und die Kulturen


Die Wurzeln Boliviens reichen viel weiter zurück als bis zur Ankunft der Spanier oder zum Inka-Reich. Nicht von ungefähr gelten Peru und Bolivien als die Wiege der präkolumbianischen Zivilisation Südamerikas. Dies ist wichtig sich vor Augen zu halten, denn die heutige indigene Bevölkerung (Aymaras, Quechuas, Guaranís, etc.) bezieht ihre Identität in starkem Maße aus ihrer indianischen Vergangenheit und nur teilweise aus der Tatsache, dass sie Bolivianer sind. Die ersten Spuren von Menschen im Gebiet der Anden sind um 10.000 v. Chr. nachgewiesen. Doch gilt die Zeit ab 1.500 v. Chr. mit den Kulturen der Wankarani, Chiripa und Pucara als die "formative Periode", in der auch die ersten festen Siedlungen entstanden. Diese Zeit reicht bis etwa zum Jahr 200 unserer Zeitrechnung und ist die Basis der späteren andinen Hochkulturen. Deren wichtigste auf dem Gebiet des heutigen Bolivien war das Reich von Tiahuanaco, welches von ca. 200 bis 1200 n. Chr. um den Titicacasee herum existierte und sich durch monumentale Steinbauten und Figuren auszeichnete. Sein Einfluss reichte vom Pazifik in Peru über den Norden des heutigen Chile bis weit nach Argentinien hinein.

Nach dessen allmählichem Verfall folgte die Zeit der Aymara-"Fürstentümer" (Señoríos Aymara), bis dann gegen 1400 die quechuasprachigen Inkas von Cusco aus ihr "Reich der vier Weltgegenden" oder Tawantinsuyo weiter nach Süden ausdehnten und den andinen Teil des heutigen Bolivien als Kollasuyo als südöstlichen Teil in ihr Imperium eingliederten. Zu seiner Blütezeit dehnte sich das Inka-Reich von Pasto im Süden des heutigen Kolumbiens bis zum Fluss Maule im heutigen Zentralchile - über eine Länge von etwa 5.000 km - aus. Das Inka-Reich war eine Hochkultur mit einer Landwirtschaft, welche optimal an die geographischen, topographischen und klimatischen Bedingungen angepasst war. So war eine Selbstversorgung der Bevölkerung gewährleistet, die verschiedenen Gebiete des Landes waren durch breite gepflasterte Wege miteinander verbunden und es existierte ein effektives Verwaltungssystem. Die monumentalen Bauten - errichtet ohne Rad, Wagen und Zugtiere - und das vollendete Kunsthandwerk faszinieren noch immer Menschen aus aller Welt.

Bei der Ankunft der Spanier im heutigen Peru im Jahre 1531 war das Inka-Reich zwischen den Brüdern Atahuallpa und Huascar aufgeteilt. Diese Situation erleichterte die Gefangennahme und Ermordung des letzten Inka-Herrschers Atahuallpa durch den spanischen Eroberer Francisco Pizarro in Cajamarca erheblich. Trotzdem ist es noch immer schwer nachvollziehbar, wie es ein paar Hundert Europäern gelang, praktisch im Handstreich ein riesiges und straff organisiertes Großreich zu erobern; die bessere Bewaffnung mit Gewehren und Kanonen sowie das Mitführen der für die Einheimischen unbekannten Pferde vermögen nur einen Teil der Erklärung zu liefern.

Bei Eintreffen der spanischen Eroberer im heutigen Bolivien hatte das Reich der Inka dort erst etwa 100 Jahre bestanden. Nach der Eroberung von "Alto Perú" (ab 1535), wie die Region des heutigen Bolivien von den Spaniern genannt wurde, folgte die Eingliederung der neu eroberten Gebiete in das spanische Kolonialreich. Bolivien wurde über einen Zeitraum von fast 300 Jahren von spanischen Vizekönigen in Lima regiert, die zuallererst an der Ausbeutung von Gold und Silber interessiert waren.

Über mehrere Jahrhunderte finanzierte der 1545 "entdeckte" 4.800 m hohe "Cerro Rico" ("Reicher Berg") mit seiner Silberproduktion die Aufrechterhaltung der Feudalstrukturen in Spanien, sowie einen nicht unbedeutenden Teil der wirtschaftlichen Entwicklung Europas, insbesondere der in England beginnenden industriellen Revolution. Der "Cerro Rico" in Potosí wurde zum Zentrum des Silberbergbaus im gesamten Amerika und Potosí wurde mit rund 160.000 Einwohnern zur zeitweise größten Stadt der westlichen Hemisphäre.

Die spanische Kolonialherrschaft wirkte sich nachhaltig auf alle Lebensbereiche der einheimischen Bevölkerung aus. Tausende von indianischen (und anfänglich auch afrikanischen) Zwangsarbeitern und Sklaven verloren in den Minen ihr Leben, andere flüchteten von ihren angestammten Ländereien oder wurden vertrieben. Die ländliche indianische Bevölkerung wurde unter dem System der Mita und Encomienda aufs Schärfste ausgebeutet. Ferner musste sie 10% ihrer Einkünfte in Form von Steuern an die spanische Krone entrichten (diezmo). So kam es immer wieder zu indianischen Aufständen: der Aufstand unter Führung von Túpac Katari gegen Ende des 18. Jahrhunderts, der ebenfalls von den spanischen Truppen blutig niedergeschlagen wurde, gilt als der größte.

Einzig erfolgreich war das Aufbegehren der Kreolen (criollos). Die napoleonische Besetzung der iberischen Halbinsel auf der anderen Seite des Atlantiks hatte zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Herrschaft Spaniens in den Kolonien erheblich geschwächt. Dies eröffnete Raum für die ersten Unabhängigkeitsbewegungen von Lateinamerika in Venezuela und Argentinien. Als letztes Land Südamerikas wurde Bolivien durch Antonio José de Sucre und Simón Bolivar von der spanischen Kolonialherrschaft befreit.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen deutsche Einwanderer sich in verschiedenen Regionen Boliviens niederzulassen. Es kamen neben Missionaren eine Reihe von deutschen Kaufleuten und Industriellen, sowie deren Mitarbeiter und Angestellte. Vor allem in La Paz bildete sich so vor mehr als 100 Jahren eine kleine „Deutsche Gemeinde“. Aus dieser Gruppe zum Teil recht einflussreicher Deutschen entstanden die ersten „deutschen“ Institutionen in Bolivien, wie der Deutsche Club (Club Alemán) in La Paz (1881) und das Deutsche Kulturzentrum (Centro Cultural Alemán), welches 1941 als Hilfsverein für in Not geratene Deutsche gegründet wurde. Hinzu kamen zwei Jahre später die Deutsche Handelskammer sowie die Deutschen Schulen in La Paz, Cochabamba und Santa Cruz in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Bis zum 2. Weltkrieg kamen jährlich mehrere hundert deutsche Immigranten ins Land.

Während des 2. Weltkriegs gab es zunächst einen Zustrom jüdischer Flüchtlinge. In der Zeit nach Kriegsende bot Bolivien gleichermaßen untergetauchten Nazis eine neue Heimat. Der bekannteste von Ihnen war der prominente SS-Mann und Gestapochef von Lyon, Klaus Barbie. Dieser lebte jahrzehntelang unbehelligt mit neuer Identität als Klaus Altmann in Bolivien und stand dort zeitweise als Militärberater in Diensten der Regierung. Erst 1983 – nach Wiedererlangung der Demokratie in Bolivien – wurde er verhaftet und nach Frankreich ausgeliefert, wo er 1991 in Haft starb.

In den letzten Jahren sind zwei interessante Bücher über die deutsche Einwanderung erschienen. Dies ist zunächst 2015 „`Auf nach Amerika!`. Deutsche Einwanderung nach Bolivien“ von Claudia Maennling. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft in La Paz erschienen, hat das Buch sich zur Aufgabe gemacht über die Geschichten deutschstämmiger Siedler zu berichten und wie diese zur Entwicklung in ihrer neuen Heimat Bolivien beigetragen haben. Im Mai 2018 erschien dann „Transnationale Spurensuche in den Anden. Von geflüchteten Juden, „Altdeutschen“ und Nazis in Bolivien“ von Juliana Ströbele-Gregor. Die Autorin lernte Menschen aus beiden Einwanderergruppen Menschen kennen und setzt sich in ihrem Buch mit den Lebenswelten der aus völlig unterschiedlichen Gründen in die Anden Geflohenen und ihren wechselseitigen Beziehungen auseinander.

Am 6. August 1825 versammelten sich die Vertreter der hochperuanischen Provinzen in einer verfassungsgebenden Versammlung und erklärten die Unabhängigkeit ihres Territoriums und die Gründung der Republik Bolivien. Übersehen werden sollte allerdings nicht, dass tatsächlich nur ein Bruchteil der Bevölkerung tatsächlich "unabhängig" geworden ist, nämlich die Criollos, die in Südamerika geborenen Nachkommen der Spanier. Diese hatten eine vom "Mutterland" Spanien abgegrenzte Identität entwickelt, welche zwar mit indianischen Elementen durchsetzt, kulturell aber stark an Europa orientiert war. Die Bevölkerungsmehrheit der Indígenas wurde jedoch noch mehr als hundert Jahre lang verdrängt, unterdrückt und in Abhängigkeit und Leibeigenschaft gehalten.

Marschall Andrés de Santa Cruz gelang durch die Schaffung moderner Strukturen die Konsolidierung der bolivianischen Republik. In seiner Regierungszeit (1829-1839) wurden eine Verfassung und andere zentrale Gesetze verabschiedet, die erste Bank sowie Universitäten gegründet und eine Armee aufgebaut. Doch erst im Jahr 1867 wurden die ersten Geldscheine in Umlauf gebracht. Das übergeordnete von Santa Cruz, die Gründung einer Peru und Bolivien umfassenden neuen Republik, erwies sich allerdings als nicht umsetzbar.

Die ersten Jahrzehnte der neuen Republik Bolivien erwiesen sich als sehr instabil. Die politische Entwicklung war von De-facto-Regimen geprägt. Bolivien hat seit der Unabhängigkeit im Jahr 1825 bis 1981 insgesamt 193 Putsche erlebt. Außerdem war Boliviens Unabhängigkeit ständig von anderen Mächten in der Nachbarschaft bedroht, welche sich ebenfalls im Konsolidierungsprozess befanden, wie Brasilien, Argentinien und Chile.

Zu den herausragendsten Ereignissen des 19. Jahrhunderts für die Republik Bolivien kann der "Salpeterkrieg" mit Chile von 1879-83 bezeichnet werden, indessen Folge Bolivien seinen wüstenhaften Küstenstreifen an Chile abtreten musste und seinen Zugang zum Pazifik verlor. Bezeichnenderweise trägt der Krieg in Bolivien die Bezeichnung "Guerra del Pacífico", also "Pazifik-Krieg". Dieses nationale Trauma des Verlustes des Meerzugangs ist bis heute nicht überwunden und eint das Land jenseits aller ideologischen Grenzen. Am 23. März wird alljährlich landesweit der "Tag des Meeres" begangen. Noch immer ist die Rückgewinnung des Meereszugangs erklärtes Ziel der Außenpolitik und 2016 hat Bolivien vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag einen wichtigen Etappenerfolg erzielt, indem das Gericht seine Zuständigkeit für den Anruf durch Bolivien erklärte.

Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einem Bürgerkrieg zwischen den traditionellen, dem Silberbergbau in Potosí verbundenen Eliten aus Sucre und dem aufstrebenden Bürgertum von La Paz, welches dem Zinnbergbau im Hochland nahe stand und verstärkt auch eigene Handelsinteressen verfolgte. La Paz ging aus dieser blutig geführten Auseinandersetzung siegreich hervor, nicht zuletzt Dank der Unterstützung durch die indianische Hochlandbevölkerung. In der Folge wurde der Regierungssitz nach La Paz verlegt, Sucre jedoch behielt den Status der Hauptstadt des Landes und ist bis heute Sitz des Obersten Gerichtshofs.

Eine weitere kriegerische Auseinandersetzung, der Chaco-Krieg gegen Paraguay von 1932-35, endete mit einer herben Niederlage und erneuten Gebietsverlusten für Bolivien. Die Tragödie der Kriegsniederlage (ein Großteil der Toten waren verhungert oder verdurstet, nicht aber durch Feindeseinwirkung gestorben) führte eine Reihe desillusionierter Kriegsteilnehmer dazu, sich verstärkt für die Modernisierung des Landes und die Herausbildung einer bolivianischen Nation einzusetzen. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung hin zur Nationalen Revolution von 1952 zu sehen.

In der jüngeren bolivianischen Geschichte ist die Rolle von Victor Paz Estenssoro hervorzuheben, der die Revolution von 1952 anführte. Die Nationale Revolution, wie sie in Bolivien genannt wird, bezeichnet einen historischen Wandel in sowohl politischer als auch sozialer Hinsicht. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen das allgemeine Wahlrecht und die allgemeinen Bürgerrechte für die bis dahin ausgeschlossene indigene Bevölkerung, die Einrichtung von Schulen auf dem Land, die Agrarreform (1953) und die Verstaatlichung der Minen.

Von der Gründung der Republik 1825 bis zur Nationalen Revolution von 1952 blieb die Bevölkerung mit 1 bis 2,5 Mio. Einwohnern äußerst gering. Der Großteil der Menschen lebten im andinen Raum. Damit war das Land, welches etwa der dreifachen Größe Deutschlands entspricht, extrem dünn besiedelt und ist es bis heute noch. Den größten Anteil stellte noch immer die ländliche indigene Bevölkerung mit rund 90%.

Zwischen dem Ende der 1960er und Anfang der 1980er Jahre wurde das Land von Militärdiktaturen regiert. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre sorgte die Präsenz der von Ernesto Che Guevara angeführten Guerilla für internationale Schlagzeilen. Mit Hilfe der US-Amerikaner wurde die bolivianisch-kubanische Truppe jedoch im Oktober 1967 zerschlagen, der "Che" gefangengenommen und in der Dorfschule von La Higueras in der Provinz Vallegrande (Departamento Santa Cruz) ermordet.

1982 wurde die Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen erkämpft, doch es kam zunächst zu einer turbulenten Phase unter der linken UDP-Regierung, an dessen Ende das Land drohte, in ökonomischem Chaos zu versinken. Mit der Wahl von Victor Paz Estenssoro 1985 und dessen "Neuer Wirtschaftspolitik" wurde die Hyperinflation beendet und die Zeit des Neoliberalismus eingeläutet. Die Nachfolger Estenssoros, Paz Zamora (1989-1993) und Sánchez de Lozada (1993-1997 und 2002-2003) und Hugo Banzer/Jorge Quiroga (1997-02) hielten an diesem makroökonomischen Stabilisierungskurs fest.

Zwar zeigte das Land eine bis dato ungewohnte Stabilität, doch wurden auch die Kehrseite der Medaille nach und nach immer deutlicher bemerkbar, nämlich die hohe Arbeitslosigkeit und das unterdurchschnittliche Wachstum. Unter der ersten Regierung von Sánchez de Lozada (Goni) wurde mit dem Gesetz zur Volksbeteilung und der Munizipalisierung im ländlichen Raum, sowie der Erziehungsreform und der Einführung einer Rentenkasse eine Reformphase eingeleitet, die jedoch mit der Wahl des ehemaligen Militärdiktators Hugo Banzer 1997 abrupt beendet wurde. In der Folge entwickelte sich durch die nicht eingelösten Versprechungen eine starke Unzufriedenheit in der Bevölkerung.

Dies führte ab der Jahrtausendwende zu einer politisch und sozial äußerst instabilen Periode, welche das Land an den Rand eines Bürgerkriegs brachte. Verschiedene soziale Gruppen des Landes, wie zum Beispiel die Kokabauern der "Chapare"-Region und die Bewohner von El Alto, sowie die regionalen Bewegungen von Santa Cruz, Beni, Pando und Sucre, zwangen Präsident Sanchez de Lozada im Oktober 2003 zum Rücktritt und bahnten so letztlich den Weg für den Wahlsieg von Evo Morales im Jahr 2005.

Zunächst einmal übernahm jedoch der Vizepräsident Carlos D. Mesa nach der Flucht des Präsidenten "Goni" in die USA das höchste Staatsamt. Bedrängt auf der einen Seite durch die auf der Straße agierenden sozialen Bewegungen und ohne ausreichende Unterstützung durch die Vertreter der traditionellen Eliten im Parlament auf der anderen Seite, gelang es ihm allerdings nicht, das Land auf einen Minimalkonsens zu einen. Sein endgültiger Rücktritt im Juni 2005 führte das Land an den Rand eines Bürgerkriegs, der nur in letzter Minute verhindert werden konnte. In der Folge übernahm der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs Eduardo Veltzé die Amtsgeschäfte des Präsidenten, mit der einzigen Aufgabe Neuwahlen zu organisieren und in der Zwischenzeit das Land zusammenzuhalten.




Wirtschaft


Seit der Nationalen Revolution 1952 hat es in der bolivianischen Wirtschaftpolitik zwei einschneidende Veränderungen gegeben. Mit dem Regierungswechsel von Siles Zuazo zu Victor Paz Estenssoro 1985 ging ein grundlegender Wandel der wirtschaftspolitischen Struktur einher. Die mit dem Präsidialdekret 21060 eingeführte "Neue Ökonomische Politik" (Nueva Política Económica, NPE) beinhaltete die Abkehr vom staatskapitalistischen Entwicklungsweg und die Hinwendung zu einem neoliberalen Entwicklungsmodell. Die grundlegenden Elemente dieser Politik waren: die Liberalisierung des Handels die Liberalisierung des Wechselkurses (Boliviano/Dollar) die Privatisierung staatlicher Unternehmen Kürzungen staatlicher Ausgaben die Erhöhung staatlicher Einnahmen Die wichtigsten Wirtschaftsbereiche für Bolivien sind die Erdgas- und Erdölgewinnung, der Bergbau (Zink, Zinn und Silber) und die Landwirtschaft (Soja, Kaffee, Mais, Reis und in den letzten Jahren Quinoa). Als das wirtschaftliche Rückgrat des Landes haben sich seit Beginn des Jahrtausends die Erdgasvorkommen erwiesen. Vor allem zwischen 2005 und 2012 wurden diese Vorkommen als die zweitgrößten in ganz Südamerika bezeichnet. Allerdings wurden die bestätigten Erdgasreserven mittlerweile von 0,8 Billionen m³ (2012) auf knapp 0,3 Billionen m³ (seit 2015) heruntergestuft. Nichtsdestotrotz stellen die Erdgasexporte nach Brasilien und Argentinien derzeit die bedeutendste Einnahmequelle für die Regierung Morales dar: sie machen etwa 16% vom BIP aus. Erst Mitte der 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts erholten sich der (nun vor allem private) Bergbau und der Industriesektor von der schweren Krise Mitte der 80er-Jahre. Zur Zeit ist der Bergbaubereich in Bolivien in vier Untersektoren aufgeteilt. Die "mineria grande" (Großbergbau) umfasst nur große Privatunternehmen. Diese sind zum großen Teil aus Privatisierungen hervorgegangen. Unter der "mineria mediana" (Mittelbergbau) finden sich vor allem private Familienbetriebe, welche auch noch heute eine bedeutende Rolle spielen. Die "mineria pequeña" (Kleinbergbau) stellt die kleineren Betriebe dar, die privat oder als Kleinkooperativen in zuvor verlassenen Minen arbeiten. Schließlich gibt es den staatlichen Bergbausektor, wo sich alle nationalisierten Minen und Großprojekte befinden. Heutzutage besitzen der nationalisierte Bergbau und die Kooperativen eine große politische Bedeutung. Von 2002 bis 2011 ist dieser Sektor im Durchschnitt 8,53% gewachsen. In der gleichen Zeit machte der Kleinbergbau etwa 35% der Gesamtproduktion aus und der Mittelbergbau sowie der Großbergbau etwa 38,6% und 25,1%. Die bedeutendsten Mineralien sind Zinn, Silber, Gold, Blei, Zink, Kupfer und Ulexit. Mit 2,25 Mrd. US$ machte der Bergbau 2017 rund 28% der bolivianischen Exporte aus. Damit ist der Bergbau nicht nur ein Devisenbringer und wichtiger Arbeitszweig für die Bevölkerung des Hochlands, sondern zeichnet sich auch verantwortlich für eine Reihe negativer Umweltauswirkungen, zu denen insbesondere die Belastung der Gewässer mit Schwermetallen wie Blei und Quecksilber zählt. Ein weiterer potentiell wichtiger Wirtschaftsbereich ist die Lithiumproduktion am Salzsee von Uyuni. Lithium wird für die Herstellung von wieder aufladbaren Batterien benötigt und hat mit dem global einsetzenden Umstieg auf Elektromobilität strategische Bedeutung erlangt. Die mit geschätzten 46,5 Mio. t vermutlich weltweit größte Lagerstätte im Salar de Uyuni lieferte jahrelang Anlass zu Spekulationen, wie und von wem sie ausgebeutet werden wird. Seit einigen Jahren kommt auch der Produktion von Energiepflanzen zur Methanol-Erzeugung eine zunehmende Bedeutung zu. Auch hier kommt es zu erheblichen negativen Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere durch erhöhten Pestizid- und Kunstdüngereinsatz. Von Bedeutung ist auch der Beitrag der Kokablattproduktion zur Agrarproduktion. Annähernd 40.000 Personen sind beim Kokaanbau beschäftigt, vorwiegend in den Regionen Yungas und Chapare. Da der Großteil der produzierten Koka nicht für die traditionelle Nutzung bestimmt ist, sondern als Grundstoff für die Herstellung von Kokain dient, gibt es keine verlässlichen Daten über die produzierten Mengen und die erzielten Einkünfte. Angesichts der weltweiten Entwicklung von Nahrungsmittelpreisen, Angebot und Nachfrage ist die bolivianische Regierung um die Nahrungssicherheit der Bevölkerung besorgt. Obwohl Bolivien hauptsächlich Primärerzeugnisse produziert, ist es nicht in der Lage, einige Produkte für sich selbst zu produzieren. Beispiele sind Kartoffeln und Reis, welche das Land zwar produziert, aber immer noch importieren muss. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang von Ernährungssicherheit und Landwirtschaft findet sich in einer aktuellen Publikation der Stiftung "Fundación Tierra". Ökologisch produzierte Lebensmittel sind noch immer ein Nischenprodukt, erfreuen sich jedoch insbesondere in den Großstädten steigender Beliebtheit. Die Bauernkooperative El Ceibo aus der Alto Beni-Region im bolivianischen Tiefland beispielsweise hat sich mit der Produktion von Kakao und der Herstellung von Schokolade einen Namen gemacht und verfügt über ein eigenes kleines Vertriebsnetz in La Paz und El Alto. Kombinierte Agro-Forst-Anbausysteme werden unter anderem von der Ecotop-Stiftung seit mehreren Jahren betrieben und in Schulungen weiterverbreitet. Ein weiterer Wirtschaftszweig, der allmähliche eine gewisse Bedeutung erlangt hat, ist der Tourismus - auch wenn die Besucherzahlen weit hinter denen von Peru zurückstehen. Von der Regierung gefördert wird beispielsweise das Konzept des "Tourismus auf kommunitärer Grundlage". Hierbei sollen die Besuchten, meist indigene Gemeinden, selber zu Akteuren des Tourismus werden.




Die Küche


Die Küche Boliviens ist reichhaltig, aber eher einfach. Dennoch findet man für deutsche Gaumen unbekannte Köstlichkeiten, die man während eines Bolivienbesuchs testen sollte. Wie in vielen anderen Ländern, unterscheidet sich die Küche Boliviens von Region zu Region. Am besten wird in kleinen landestypischen Restaurants gespeist. In den Städten gibt es landestypische Küche und internationale Restaurants. Ebenfalls richtig leckere Gerichte werden auf den Märkten angeboten. Bei den zahlreichen Straßenständen gibt es qualitativ hochwertiges Essen. Die meisten Gerichte der bolivianischen Küche bestehen aus Kartoffeln und/oder Reis, Mais oder anderem Gemüse sowie einem Stück Fleisch, oftmals Rind oder Huhn. Kartoffeln, Mais und Quinoa wurden bereits von den Inkas hier kultiviert und sind bis heute fester Bestandteil andiner Küche geblieben, da diese auch am häufigsten von Bauern angebaut werden. Die Kartoffeln gibt es in mehreren Hundert verschiedenen Sorten, wobei für die typischen Gerichte oft dieselbe Sorte verwendet wird. Beliebt sind außerdem „Chunos“, Kartoffeln, die vor dem Verzehr luftgetrocknet wurden. Auch beim Mais wird man verschiedene Sorten probieren können. Weit verbreitet bei den Einheimischen sind süße Limonaden oder Importgetränke wie Coca Cola, obwohl es in Bolivien viele leckere Säfte gibt. Frischgepresste Fruchtsäfte werden in vielen Restaurants und an zahlreichen Straßenständen angeboten. Dabei werden alle möglichen tropischen Früchte mit Wasser oder Milch gemischt. Bei den Heißgetränken gibt es typisch bolivianischen Kaffee und ein vielfältiges Teesortiment. Allen voran Cocatee. Der „Mate de Coca“, bei dem Cocablätter mit heißem Wasser übergossen werden, hilft auch gegen die Höhenkrankheit. Zum Frühstück gibt es „Api“, einen süßen Tee, bestehend aus aufgegossenem Mais, Zitrone, Gewürznelken und Zimt. Ein weiteres interessantes bolivianisches Getränk ist Chicha. Dieses säuerlich schmeckende Maisbier wurde von der peruanischen Wari-Kultur erfunden und ist seitdem in der Andenregion sehr beliebt. Die traditionelle Herstellung, bei welcher die alkoholische Gärung beim Kauen des Maises durch das Reagieren mit dem Speichel hervorgerufen wird, ist nicht jedermanns Sache. Heutzutage wird es aber auch industriell hergestellt und ist weiterhin sehr beliebt.




Flora und Fauna


Die Vielfalt der geographischen Lagen (von etwa 80 m bis über 6.000 m ü. NN) und die verschiedenen Klimazonen der tropischen, subtropischen und andinen Region sind entscheidende Faktoren für die Diversität der Flora und Fauna Boliviens. Die verschiedenen Ebenen und Klimazonen, mit ihren diversen Ökosystemen, bieten optimale Voraussetzungen für zahlreiche Lebensarten. In der Amazonasregion rund um Beni und Pando gibt es hauptsächlich Regenwald und Savanne, mit vielen verschiedenen Arten von Bäumen und Pflanzen. In den Yungas, nördlich von La Paz, variiert die Vegetation mit der Höhe. So wachsen in der Nähe der Anden hauptsächlich niedrige Sträucher, in den mittleren Ebenen eher Farne und in den tieferen Ebenen Palmen und tropische Blumen. Im Altiplano, südlich von La Paz (einschließlich Oruro), wachsen andinische Gräser und einige einheimische Kakteen. In den Chiquitania- und Chaco-Regionen, welche in Santa Cruz und Tarija liegen, findet man verschiedene Arten von Büschen, Bäumen, Palmen und Blumen. Unter den Tieren des Hochlands findet man Lamas, Alpakas, Vikuñas und Guanakos. Das Lama dient als Lasttier und liefert den Bewohnern der hohen Anden Fleisch und Wolle. Affen, Pumas, Jaguare und Gürteltiere sowie eine Vielzahl von Reptilien-, Vogel- und Insektenarten sind hauptsächlich in den tropischen Regenwäldern beheimatet. Dazu gehört beispielsweise der vom Aussterben bedrohte Sehuencas-Wasserfrosch. In den Savannen leben Ñandus, Schlangen, Termiten und eine große Anzahl verschiedener Vogelarten. Am imposantesten dürfte allerdings der nicht mehr so stark verbreitete Kondor sein, der schon zur Zeit der Inka als besonderes Tier galt. Er ist der größte flugfähige Landvogel und ist in den Anden und dem Hochland zu Hause.




Besondere Zollvorschriften


Für die Ein- und Ausfuhr von Devisen (in bar) zwischen 50.000,- und 500.000,- US-Dollar oder dem entsprechenden Gegenwert in einer anderen Währung ist die vorherige Genehmigung der bolivianischen Zentralbank erforderlich.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden:

https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/vertretungen-anderer-staaten

Sehen Sie davon ab, Mate de Coca (Coca-Tee) mit nach Deutschland zu nehmen. Obwohl Erwerb, Besitz, Konsum und Ausfuhr nach bolivianischen Bestimmungen legal sind, sieht der deutsche Zoll bei der versuchten Einfuhr von Coca-Tee einen Verstoß gegen das deutsche Betäubungsmittelgesetz. Für die Einfuhr von Medikamenten gelten teilweise von der Europäischen Union abweichende Regelungen. So können auch mitgeführte, dort rezeptfrei erhältliche Medikamente nicht für die Einfuhr zugelassen sein. Führen Sie daher bei der Mitnahme von benötigten Medikamenten stets ein ärztliches Rezept bzw. eine übersetzte ärztliche Verordnung mit.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App „Zoll und Reise“ finden oder dort telefonisch erfragen.




Sicherheit


Kriminalität gibt es – wie in jedem Land – auch in Bolivien. Aber haben Sie keine Sorge! Unsere ortskundigen Reiseführer wissen die Lage sehr gut einzuschätzen und ergreifen alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen. Sie können dazu beitragen, indem Sie mit Ihren Papieren, wie z.B. Reisepass, Flugtickets und Gelder sorgsam umgehen und Wertsachen nicht offen zeigen.




Trinkgeld


Das Einkommen in manchen Dienstleistungssektoren, wie z.B. das Einkommen eines Kellners oder eines Kofferträgers besteht meist zum großen Teil aus den Trinkgelder. Hier ein paar Richtwerte für Sie: Ihr durchgehender Reisebegleiter erhält am Ende der Reise pro Gast und Tag 3-5 USD. Reiseleiter, die Sie nur lokal betreuen, können 2-3 USD pro Tag und Gast erhalten. Dem Fahrer des Busses können Sie 1-2 USD pro Tag geben. Die Zimmermädchen freuen sich über 1-2 USD pro Tag. Einem Kofferträger können Sie 1 USD geben. Kellner erhalten in der Regel 2-3 USD. Ihre Reisebegleitung wird Sie zu diesem Thema beraten. Sie sind natürlich in keinster Weise verpflichtet, ein Trinkgeld zu geben!




Medizinische Hinweise


Impfschutz Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), ggf. noch weitere. Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Impfungen gegen Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen. Für die direkte Einreise aus Deutschland sind zwar keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist ab dem vollendeten 12. Lebensmonat eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen. Alle Gebiete in Bolivien unterhalb von 2.300 m und damit u.a. der gesamte bolivianische Amazonas sind Gelbfieberübertragungsgebiet.
Daher wird grundsätzlich allen Reisenden dringend eine Gelbfieberimpfung empfohlen, bevor sie in diese Gebiete reisen. Die Impfung ist ab dem 10. Tag im internationalen Reiseverkehr gültig. Weitere Informationen erhalten sie hier: www.dtg.org Durchfallerkrankungen Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich Durchfall-erkrankungen sehr gut vorbeugen. Hier ein paar Tipps: Trinken Sie Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Zusätzlich kann helfen, nur Obst zu essen, das sich schälen lässt. Höhenkrankheit In Lagen über 2500 Meter können durch zu schnellen Aufstieg in die Höhe gelegentlich gesundheitliche Beschwerden auftreten. Diese lassen sich sehr gut vorbeugen, indem man langsam aufsteigt, ausreichende Pausen macht und viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Hier werden Sie von unseren Reisebegleitern bestens betreut sein, die eben auf diese Vorbeugungsmaßnahmen achten und das Reisetempo Ihren Bedürfnissen anpassen werden! Reiseapotheke Sollten Sie medizinische Unterstützung oder eine Apotheke benötigen, wird Ihnen Ihre Reisebegleitung von Travel to Peru selbstverständlich behilflich sein. Es empfiehlt sich, eine auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Reiseapotheke dabei zu haben.




Reisekrankenversicherungsschutz


Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz, der eine zuverlässige Reiserückholversicherung mit beinhaltet und im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, wird empfohlen. Hilfreiche Informationen hierzu finden Sie auch unter "Allgemeine Informationen". Bitte beachten Sie den folgenden wichtigen Hinweis: Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden können nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich. Die Angaben sind:

  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen.
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.
Ergänzende Informationen erhalten Sie beim Auswärtigen Amt: https://www.auswaertiges-amt.de/de/




Führerschein


In Bolivien ist der Internationale Führerschein erforderlich und gilt nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein.




Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige


Informationen zur aktuellen Lage und den daraus resultierenden Einreisebedingungen entnehmen Sie bitte der offiziellen Seite des Auswärtigen Amtes: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ Reisedokumente Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich: Reisepass: Ja Vorläufiger Reisepass: Ja Personalausweis: Nein Vorläufiger Personalausweis: Nein Kinderreisepass: Ja Anmerkungen: Alle Reisedokumente müssen unbedingt noch sechs Monate ab Einreise gültig sein.
Gelbfieberimpfung: Für die direkte Einreise aus Deutschland sind zwar keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet, wie z.B. Peru ist ab dem vollendeten 12. Lebensmonat eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen. Visum Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise und einen touristischen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen pro Kalenderjahr kein Visum. Mehrfache Ein- und Ausreisen sind gestattet. Bei Ankunft an den internationalen Flughäfen in La Paz, Santa Cruz und Cochabamba wird in der Regel ein Einreisestempel mit dem Einreisedatum im Pass eingetragen, jedoch oft kein Gültigkeitsdatum. Deutschen Touristen wird zunächst eine Aufenthaltserlaubnis für 30 Tage erteilt, die zweimal – für jeweils 30 Tage – bei der Migrationsbehörde kostenlos verlängert werden kann.
Wenn Sie sich länger als 30 Tage in Bolivien aufhalten möchten und kein Gültigkeitsdatum bei Einreise in den Pass gestempelt bekommen haben, wenden Sie sich zwecks Festschreibung der Gültigkeit bzw. Verlängerung des Aufenthalts an die Migrationsbehörde Dirección General de Migración, um Schwierigkeiten bei der Ausreise zu vermeiden. Für Reisen über die USA sind die Einreisebestimmungen für die USA zu beachten.





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